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Geschichte Prähistorie
Die ältesten Spuren menschlichen Lebens auf dem Gebiet des heutigen
Brasilien lassen sich im Bundesstaat Piauí (Paläo-Indianer)
ca. 30.000 v.Chr. zurückverfolgen. Fachleute schätzen, dass die
Paläo-Indianer als Jäger und Sammler um 10.000 v.Chr. immer weiter
südwärts zogen, bis sie schließlich Feuerland an der Südspitze Amerikas
erreichten.
Kolonialzeit
1494 wird der "Vertrag von Tordesillas" zwischen Portugal und Spanien
geschlossen, in dem sie sich die "Neue Welt" untereinander aufteilen.
Die Demarkationslinie ist anfänglich 1.000km westlich des Meridian
46°37`W. Das östlich dieser Grenze noch zu entdeckende und in
seiner Größe vermutlich weit unterschätzte Land fällt durch den
Schiedsspruch von Papst Alexander VI. in die portugiesische Einflusszone.
Im April 1500 landet der portugiesische Seefahrer Pedro Álvares
Cabral an der Küste Bahias (in der Nähe Porto Seguros). Brasil,
wie Brasilien in der Landessprache heißt, leitet sich vom wertvollen
Rotbaumholz "Pau Brasil" ab, das es heute wegen der Rodung für u.a.
die Farbgewinnung kaum noch gibt. Mit der Kolonisierung Brasiliens
ab 1532 und der damit wachsenden Bedeutung des Zuckerrohranbaus
benötigte man dringend Arbeitskräfte.
Es beginnt ein 300-jähriger Sklavenhandel,
durch den ca. 4 Mio. Westafrikaner in die Region verschleppt werden.
Solange es Sklaverei gab, gab es auch Widerstand. Sie waren entweder
individueller Art wie Mord, Abtreibung, Suizid oder gemeinschaftlicher
Art wie bewaffnete Aufstände, Entwicklung von Selbstverteidigung
wie Capoeira oder die Organisation in sog. "Quilombos" (befestigte
Lager der geflüchteten Sklaven). Der bekannteste und größte "Quilombo"
war "Palmares", der von 1630 bis 1694 im Bundesstaat Sergipe existierte.
Unter der Führung von "Zumbi", einem aus Afrika verschleppten König,
lebten dort 20.000 bis 30.000 Entflohene. Während der Zeit von 1580
bis 1640 fällt Portugal an die spanische Krone. In dieser "politisch
unsicheren" Zeit versuchen Holland, England und Frankreich, Teile
Brasiliens zu besetzen, was aber nicht dauerhaft gelingt. Holland
kann große Teile im Nordosten erobern, nennenswert ist die Herrschaft
von Moritz von Nassau, der eine weise Verständigungspolitik mit
den Plantagenbesitzern verfolgte und viele Projekte zum Aufbau des
Landes durchführte. Zeugnis dieser Zeit ist die Stadt São
Luis. Um das Land gegen weitere Übergriffe europäischer Seefahrer-Nationen
zu schützen, werden viele Dörfer und Städte gegründet und versucht,
den unerschlossenen, unbesiedelten Norden und Süden zu besiedeln.
Im frühen 17. Jh. beginnen die Jesuiten
im Amazonastal aktiv zu werden. Bereits vor der Jahrhundertmitte
waren Kolonisten aus São Paulo bis zum Oberlauf des Paraná
vorgedrungen, um die dort lebenden Bevölkerungsgruppen zu versklaven.
Sie wurden dabei mit heftigen Widerstand seitens der Jesuiten konfrontiert,
die versuchten, die indigene Bevölkerung gegen Übergriffe zu schützen.
In der zweiten Hälfte des 17. und im 18. Jh. dringen die berüchtigten
"Bandeirantes" (Flaggenträger,
Erkunder, Pioniere, Indianer- und Sklavenjäger) in das Landesinnere
vor und verlegen damit die im "Vertrag von Tordesillas" festgelegte
Grenze weiter Richtung Westen. Der portugiesische Premierminister
Marquês de Pombal führte viele Reformen in Brasilien durch. Er befreite
die indianischen Sklaven, ermutigte zur Einwanderung, setzte die
Steuern herab, lockerte das königliche Monopol für den Außenhandel
in Brasilien, zentralisierte den Regierungsapparatyund verlagerte
1763 den Regierungssitz von Bahia nach Rio de Janeiro. Mit den Goldfunden
im 18. Jh. in Minas Gerais begann eine neue Ära der Kolonialzeit,
in deren Folge sich der demographische, politische und wirtschaftliche
Schwerpunkt in den Südosten verlagerte. Die Wirtschaft erfuhr einen
neuen Aufschwung, die Einwanderung und Sklavenimporte nahmen zu
und das Hinterland wurde erschlossen. Eindrucksvolle Barockbauten
in Ouro Preto (Schwarzes Gold), Tiradentes, Congonhas zeugen von
dieser Zeit.
Monarchie
Als die Napoleonischen Truppen 1808 Portugal besetzen, nahm die
brasilianische Geschichte eine überraschende Wendung. Der portugiesische
König floh mit seinem Hof (ca. 10.000 Personen) nach Rio de Janeiro,
das er als Sitz für die königliche, portugiesische Regierung auswählte.
Dies hatte weitreichende Konsequenzen für das Land. Es wurden Institutionen
wie die Banco do Brasil, Nationalbibliothek, Akademie der Künste
und Nationalmuseum gegründet. Mit den ersten Presseorganen und der
ersten Druckerei wurde das Verbot für die Herstellung von Druckschriften
in der Kolonie gebrochen und relativ freie Meinungsbildung ermöglicht.
Die brasilianischen Häfen wurden geöffnet. Als er 1821 nach Portugal
zurückkehrte, ernannte er seinen Sohn Pedro
I. zum Prinzregenten von Brasilien.
Um sich weiterhin die Reichtümer des Landes zu sichern, sollte Brasilien
wieder als Kolonie dienen, von Portugal aus gesteuert. Die Forderung
der portugiesischen Krone und der Wunsch der Brasilianer nach Autonomie
waren für Pedro I. ein Konflikt. Als er aufgefordert wurde, nach
Europa zurückzukehren, erklärte er stattdessen 1822 die Unabhängigkeit
Brasiliens und ließ sich noch im selben Jahr zum Kaiser von Brasilien
krönen. Die Unabhängigkeit diente aber den Interessen einer Elite
(Großgrundbesitzer, Intellektuelle, Klerus), die sozioökonomischen
Strukturen änderten sich nicht. Indianer und Sklaven hatten weiterhin
keine Rechte.
Im April 1831 dankte Pedro I. zugunsten seines Sohnes Pedro
II. ab, der ab seiner Volljährigkeit 1840 fast 50 Jahre über
Brasilien herrschte. Während dieser Zeit wuchsen Bevölkerung und
Wirtschaft, die inländische Produktion konnte um über 900% gesteigert
werden. Es wuchs eine breite Bewegung für die Abschaffung der Sklaverei
heran. Die Aufnahme afrikanischer Sklaven im Land wurde 1853 unter
Strafe gestellt. Erst im Mai 1888 schaffte Brasilien als letztes
Land der Erde die Sklaverei ab.
Ausrufung der Republik
Im November 1889 führte ein Militärputsch zum Sturz Dom Pedros
II. Die föderative Republik Brasilien wurde ausgerufen und die
heute bekannte Nationalflagge gehisst. |
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Die Trennung von
Kirche und Staat und andere republikanische Reformen wurden
erlassen. Im Februar 1891 wurde eine Verfassung nach US-amerikanischem
Vorbild angenommen. Als erster Präsident der Republik wurde
Fonseca gewählt, der das Land schon bald in die Diktatur führte.
In der Folgezeit kam es immer wieder zu Militärputschen, politischen
Unruhen und wirtschaftlichen Krisen. Ein stabiles System konnte
nicht installiert werden. Erst nach dem Rücktritt von G. Vargas
1945 folgten 18 Jahre beständigen Wachstums.
(für mehr Informationen zur Flagge bitte Bild anklicken) |
| Unter J. Kubitschek (1956-61) wurde die neue Hauptstadt
Brasília, vom deutschen Architekten Oskar Niemeyer konzipiert,
im Landesinneren erbaut. 1964 folgte die nächste Militärdiktatur,
die erst 1985 nach 21-jähriger diktatorischer Herrschaft beendet
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1988 trat die neue Verfassung
in Kraft. Die Inflation war außerordentlich hoch, ebenso die Auslandsschulden,
in deren Folge wurde eine neue Währungseinheit, der Cruzado, eingeführt.
Dennoch betrug 1992 die Inflationsrate über 1.000%. Finanzminister
Henrique Cardoso, Soziologieprofessor, wurde 1994 zum neuen Präsidenten
gewählt, nachdem es ihm gelungen war, die Hyperinflation durch Einführung
einer neuen Währung, des Real, einzudämmen. Wirtschaftswachstum
und Sozialprogramme entschärften die explosive soziale Lage etwas,
so dass für Brasilien eine Phase relativer politischer und wirtschaftlicher
Stabilität begann.
Im Jahr 2002 begann eine neue politische Ära, als der Linkssozialist
Lula da Silva mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten gewählt
wurde. Eine erneute, befürchtete Wirtschaftskrise blieb aber aus.
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