Klima

Der größte Teil des Landes liegt auf der Südhalbkugel, nur ein Teil des Amazonas befindet sich nördlich des Äquators. Die Jahreszeiten sind dementsprechend vertauscht. Die Sommermonate liegen zwischen Oktober und März, der Winter zwischen Juni und August.

Das Klima ist überwiegend tropisch, zeigt aber Unterschiede vom innertropischen Äquatorialklima im Norden über die wechselfeuchten äußeren Tropen, das Halbtrockenklima im Nordosten bis zum subtropischen Süden mit spürbareren Jahreszeiten. Es gilt, je südlicher desto ausgeprägter die jahreszeitlichen Unterschiede.
Brasiliens Klima lässt sich grob in 3, bei näherer Betrachtung in 6 Zonen einteilen, das Äquatorialklima im Amazonasbecken (I.), tropisches Klima vom Norden bis in den Südosten (II.-V.) und subtropisches Klima (VI.) im Süden Brasiliens.
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Norden: Am charakteristischsten ist das feucht-heiße innertropische Klima im Amazonastiefland (I.) mit Jahresmitteltemperaturen von 25 °C bis 28 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 80 - 90%, das den Aufenthalt für Mitteleuropäer erschwert. Im Dschungelgebiet des Amazonas-Becken gibt es heftige Regenfälle das ganze Jahr hindurch. Es gibt nur niederschlagsärmere Phasen, die Mengen liegen zwischen 2.000 und 3.000 mm. Der Regen fällt meistens in Verbindung mit tropischen Wärmegewittern als Starkregen.
Ein kleiner Teil des Nordens, das Bergland an der Grenze zu Venezuela und Guyana, wo sich auch der höchste Gipfel Brasiliens, der "Pico da Neblina" mit 3.014 m befindet, weist tropisch-feuchtes Klima auf.

Nordosten: Der Nordosten liegt ausschließlich im tropischen Bereich, weist aber Unterschiede von den wechselfeuchten Tropen (II.) und dem tropischen Küstenklima (V.) hin zum heißen semiarid-tropischen Klima (III.) im Landesinneren auf.
Die Küste nördlich des Nordosthorns und Teile des Landesinneren liegen im Regenschatten (III.). Die durchschnittliche Niederschlagsmenge an der Küste beträgt 600 - 800 mm bei hoher Verdunstung. Das Landesinnere (Sertão) weist Temperaturen bis zu 45 °C und geringe Regenmengen von 300 mm auf und ist oft von Dürrezeiten geprägt, oft fällt bis zu 11 Monate kein Regen. Die geringen Niederschläge fallen von Dezember bis Januar, meist als Starkregen mit großen Schäden. Die Trockengebiete sind die Bundesstaaten Ceará, Piauí, Alagoas, Sergipe, Bahia und der Norden von Minas Gerais, hier ist die Abwanderung traditionell am höchsten.
Die Ostküste bis zum Nordosthorn wird ganzjährig vom Südost-Passat-Wind getroffen und weist tropisches Küstenklima (V.) auf, das höhere Niederschlagsmengen bringt. Die Sommer sind feucht-heiß, im Winter werden durchschnittlich 20 °C erreicht. Der stetige Südost-Passat hat einen mäßigenden Einfluss auf die hohen Temperaturen und die Feuchtigkeit. Der jährliche Niederschlag in diesem Teil des Küstenstreifens variiert zwischen 1.000 und 2.000 mm. Der meiste Regen fällt in den Monaten Mai bis Juli, also in der Winterzeit. Die Durchschnittstemperatur beträgt hier 25°C.

Zentralwesten: Der größte Teil des brasilianischen Binnenlandes (Mittelwesten, Teile vom Südosten, Nordosten und Norden) hat ein semi-humides Klima (II.). Die mittleren Sommertemperaturen werden durch die Höhenlage etwas gemildert, dagegen sind die Flussniederungen und das Pantanal feucht-heiß. Das Quecksilber kann im Sommer auf über 40 °C steigen. In den Winternächten kann die Temperatur in höher gelegenen Orten wie Brasília (1.000 müM) oder auch in den Bergen von Minas Gerais bis auf 10 °C fallen. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 20 bis 28°C.
Der meiste Regen (1.200 - 1.700 mm) fällt im Sommer von Oktober bis März, der Winter ist ausgeprägt trocken mit ca. 30 % Luftfeuchte.

Südosten: Der Südosten (Bundesstaaten São Paulo, Rio de Janeiro, Minas Gerais, Espirito Santo) weist tropisches Küstenklima (V.) und tropisches Hochlandklima (IV.) auf.
Der gesamte Küstenstreifen von São Paulo bis Espirito Santo wird ebenfalls vom Südost-Passat getroffen, der vor allem im Küstengebirge "Serra do Mar" südlich von Rio für höhere Niederschläge (ca. 4.000 mm) und tropische Vegetation sorgt. Die Sommer sind feucht-heiß mit Maxima von 40 °C, die Wintermonate erreichen durchschnittlich 20 °C. An den Stränden nördlich von Rio kann das ganze Jahr gebadet werden. Die Niederschläge liegen zwischen 1.000 - 2.000 mm und fallen vorwiegend als tropische Wärmegewitter von November bis März.
Die Berggegenden im Südosten haben ein tropisches Hochlandklima ähnlich dem semi-humiden tropischen Klima, aber die Regen- und Trockenzeiten sind ausgeprägter und die Temperaturen allgemein niedriger. Die Durchschnittstemperaturen liegen hier bei 18 bis 23°C.

Süden: Der Süden ist vom subtropischen bis gemäßigten Klima geprägt. Es treten 4 Jahreszeiten auf, die allerdings nicht so stark ausfallen sind wie in Mitteleuropa.
In den Tälern des Küstentieflandes und in der "Campanha" von Rio Grande do Sul können in den Sommermonaten die Temperaturen auf über 40 °C ansteigen, durchschnittlich 27 °C. Im Winter hingegen bringen Kaltfronten aus Süden kalte Winde "Minuanos" und Nachtfrost bis nach Nord-Paraná. Die absoluten Minima auf dem Hochland liegen bei -10 °C, wo es pro Jahr ca. 30 Frosttage gibt.
Die Niederschläge sind gleichmäßig über das Jahr verteilt, in der südlichen Küstenregion liegt die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge bei 1.000 mm.

 
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