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Kulinarisches Essen
So vielfältig wie die Bewohner sind, so unterschiedlich ist auch
das Essen je nach Region. Zahlreiche Früchte, Gemüse oder Zutaten
sind bei der Größe des Landes nur in den jeweiligen Regionen
bekannt. Unter Einheimischen sind preisgünstige und oft sehr gute
Selbstbedienungs-Restaurants üblich, die unter Tag von der arbeitenden
Bevölkerung zum Mittagessen genutzt werden und wo das Essen pro
kg verkauft wird. Ebenso gibt es SB-Eisdielen, die nach Gewicht
verkaufen.
Arroz (Reis), Feijão (Bohnen) und Farofa (gerösteten Maniokmehl)
darf bei keinem Gericht fehlen. In einfacheren Lokalen gibt es den
Prato Feito (Fertiggericht) mit den genannten Beilagen und Rindfleisch
oder Fisch.
Als eine Art Nationalgericht gilt vielen Brasilianern die Feijoada,
ein deftiger Eintopf, der aus schwarzen Bohnen, Rind- und Schweinefleisch,
Speck oder Wurst, Knoblauch und Pfeffer sowie gut zwei Dutzend weiteren
Zutaten zubereitet wird.
Ein Lieblingsessen vieler Gäste ist der Churrasco.
Die meisten Churrascarias bieten ihn als Rodizio an: Zu einem festen
Preis kann der Gast von mehreren Fleischsorten essen, soviel er
will, dazu gibt es ein Salatbüfett. Die Kellner bringen Spieße mit
gegrilltem Rind- und Schweinefleisch, Hühnchen und Würsten an den
Tisch und schneiden die Stücke der Wahl ab. Das beste Fleisch kommt
natürlich immer zum Schluss, wenn man also hungrig ist, sollte man
sich zügeln und auf das beste Fleisch warten. Wenn man das beste
Fleisch ablehnt, freut sich der Kellner und weiß, dass man zufrieden
ist.
"Comida
Mineira", das Essen aus dem Bundesstaat Minas Gerais,
ist über seine Grenzen in vielen Teilen des Landes bekannt.
Im Südosten findet man überall Restaurants mit dieser
Aufschrift. Man könnte sie als gut bürgerlich, abwechslungsreich
und nicht sehr exotisch bezeichnen, die ihre Wurzeln in der
europäischen Küche hat.
Das Essen wird auf Holzöfen gegart und warm gehalten. Viele
der Restaurants sind ebenfalls mit Selbstbedienung, man stellt
sich sein Essen zusammen wie man möchte und zahlt nach Gewicht. |
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Süßspeisen machen ihrem Namen alle Ehre und sind sehr süß. Viele
brasilianische Desserts werden aus Früchten, Kokosnuss, Eigelb oder
Milch gemacht. Quindim, die Eierspeisen auf portugiesische Art,
ist eine reichhaltige Kokosnuss-Eiercreme; Doce de leite ist eine
brasilianische Version von Crème Karamel; Pudim de leite ein süßer
Pudding, der aus süßer Kondensmilch und Karamellsirup gemacht wird.
| Trinken |
| Unter den nichtalkoholischen Getränken
sind die frischen Fruchtsäfte
ein wahrer Genuss. Brasilien ist zwar einer der größten Orangensaftkonzentrat-
Produzenten, Saft aus der Packung wird jedoch bei dem Angebot
an frischen Früchten nicht getrunken. Das Konzentrat wird
exportiert. |
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Sucos (Fruchtsäfte)
und Vitaminas (Milch-Frucht-Shakes)
werden aus den exotischsten Früchten in diversen Kombinationen
zubereitet. Absolutes In-Getränk ist zur Zeit Açaí,
eine zu Saft verarbeitete Frucht aus dem Norden, die sehr nährreich
ist. An den Strandbars in Rio ist die Nachfrage zum Teil so
hoch, dass man eine Namensliste anlegt und gerufen wird, wenn
das Getränk fertig ist. Andere Früchte sind Manga, Mamão
(Papaya), Acerola, Cajá, Graviola, Mangaba, Cajú
(Cashew), Cupuaçu, Goiaba (Guave), Jaca (im
Bild, zum vergrößern anklicken), Limão,
Cacão, u.v.m. |
| In allen Ortschaften
oder am Rand von Landstraßen wird Côco Gelado, der Saft
der noch grünen Kokosnuss, sowie Caldo de Cana, frisch gepresster
Zuckerrohrsaft, angeboten. Guaraná, eine Pflanze aus
Amazonien, wird zu Limonade verarbeitet und lieber getrunken
als Fanta & Co. Die eigentliche Pflanze ist nicht besonders
schmackhaft, ihr sagt man aber belebende und aphrodisische Kräfte
nach. |
Der Cafézinho ("kleiner
Kaffee"), der in winzigen Plastikbechern angeboten wird, ist an
allen Ecken und Enden zu bekommen. Der Kaffee wird dunkel geröstet,
fein gemahlen, stark zubereitet und mit sehr viel Zucker getrunken.
Kaffee mit heißer Milch - café com leite - ist in ganz Brasilien
das traditionelle Getränk zum Frühstück. Das meistgetrunkene alkoholische
Getränk ist Bier, das üblicherweise
in 0,66l-Flaschen eisgekühlt und gut isoliert serviert wird. Schon
wegen der Hitze eine absolute Erfrischung. Sitzt man in einer Runde
zusammen, werden gleich mehrere Flaschen und viele kleine Gläser
für alle bestellt. "Jeder für sich" kennt man hier nicht. Antarctica
und Brahma waren lange Zeit die besten Marken, Skol hat aufgeholt
und wird z.Z. am liebsten getrunken.
Jeder kennt Caipirinha, den Cocktail
aus Cachaça (Zuckerrohrschnaps), Limonen, viel Eis und Zucker.
Es gibt viele verschieden Varianten, Caipirinha zuzubereiten, nur
bei einem sind sich alle Brasilianer einig, brauner Rohrzucker wird
nie verwendet, viele kennen diese Zuckerart gar nicht. Stattdessen
wird sehr feiner raffinierter Zucker genommen, der sich viel besser
als der grobe Rohrzucker auflöst. Das war wohl eher ein Marketinggag
vom PITÚ-Importeur, der diesen Cachaça in D, CH und
Aut als Cocktail-Schnaps vermarkten wollte. Die meisten Brasilianer
trinken Cachaça pur. Jede Region rühmt sich ihrer eigenen
Cachaça, oder auch Pinga genannt. Den besten bekommt man
aus ländlichen Brennereien, die ihre Ware in kleinen Lokalen und
Autostops verkaufen. Hier kostet ein großzügiges Glas umgerechnet
10 Cent.
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