Von A nach B

Anreise per Flugzeug
Brasilien wird von nahezu allen großen europäischen und einigen amerikanischen Airlines täglich von Europa aus angeflogen. Das größte Flugangebot geht dabei nach Rio und São Paulo, daher bieten sich diese zwei Städte besonders als Ausgangspunkt für Reisen an. In den Nordosten (Salvador, Fortaleza, Recife) fliegt von Europa aus ohne weiteren Zwischenstopp in Brasilien nur die Varig und die TAP. Die Flugpreise sind in den Nordosten wegen des geringeren Angebotes höher, trotz der kürzeren Strecke. Die meisten Flüge gehen je nach Airline über europäische Metropolen, z.T. mit Übernachtungen wie bei TAP Air Portugal in Lissabon. Direkt von Deutschland aus fliegt nur VARIG nach Rio, São Paulo und Salvador da Bahia. Das Angebot an Flügen nach Brasilien ist zur Zeit eher begrenzt und kann daher zu Hochsaisonzeiten wie Juli/August und Weihnachten/Karneval knapp werden. Wer zu dieser Zeit reisen möchte, sollte daher frühzeitig buchen. In der Nebensaison kann auch kurzfristiger gebucht werden. Zu empfehlen ist die Varig, Lufthansa, British Airways, TAP und Iberia. Air France ist bekannt dafür, Gepäckstücke nicht mit dem gebuchten Flug zu transportieren, was Nerven und Arbeit kostet, die Gepäckstücke wieder zu bekommen, insbesondere, wenn man gleich nach Ankunft eine Rundreise unterehmen möchte.

Weitere Informationen zu Flügen und Anbietern finden Sie oder im Hauptmenü oben unter "Reisen".

Nach Verlassen des Flugzeuges bekommt man an der Passkontrolle ein 90 Tage gültiges Touristenvisum. Die Zollabfertigung ist für Touristen meistens locker. Jeder Reisende muss an der "magischen Ampel" vorbeigehen, bei der entweder ein grünes oder ein rotes Licht aufleuchtet. Bei Grün kann man weiter, Rot bedeutet Koffer öffnen. Nach welchem Prinzip diese Kontrolle funktioniert, bleibt für die Meisten ein ewiges Rätsel.

Inlandsflüge
Inlandsflüge kann man mit zahlreichen Inlandsfluggesellschaften sowie einigen internationalen Airlines machen. Flüge kann man in Europa oder auch vor Ort kaufen. Das Flugnetz ist gut ausgebaut. Die nationalen Fluggesellschaften VARIG, TAM und Rio Sul verfügen über weitgehend gleiche Streckennetze.
Die inländischen Fluggesellschaften bieten Pauschalangebote von 21 Tagen. Inhaber des "Brasil Airpass" haben die Möglichkeit, auf vier zusätzliche Flüge, gleichgültig wie weit die Entfernung ist - 30% zu bekommen. Diese zusätzlichen Flüge können in Deutschland oder Brasilien gebucht werden. Es ist ratsam, Flüge von zu Hause aus, möglichst lange vor der Abreise und nicht erst im Land, reservieren zu lassen, auch wenn man vielleicht später seine Route ändert. Vor allem im Juli nehmen viele Brasilianer ihren Winterurlaub, und viele Flüge sind dann ausgebucht. Unter Umständen sind lange Wartezeiten an den Flughäfen in Kauf zu nehmen.

Um Brasilien auf Reisen am besten kennenzulernen, empfehlen wir jedoch, sich lieber auf eine Region (wegen der Größe des Landes) zu beschränken und optional einen oder zwei Inlandsflüge als Verlängerung zu buchen. Man muss nicht versuchen, innerhalb einer z.B. 3-wöchigen Reise das ganze Land sehen zu wollen. So lernt man das Land nur oberflächlich und punktuell an den Touristenorten kennen.


Mit dem Auto
Der Fahrstil der Brasilianer ist oft aggressiv, vor allem in Großstädten und auf Fernverkehrstraßen. LKW-Fahrer haben wenig Respekt (u.a. beim überholen) und fahren oft betrunken. Man hat oft das Gefühl, dass das Gesetz des Stärkeren gilt. Auf sein Recht zu beharren bringt hier nichts, der eigene Fahrstil sollte daher "flexibel" und aufmerksam sein. Nachts zu fahren ist sehr anstrengend, falsch eingestellte Scheinwerfer der entgegenkommenden Fahrzeuge, unangekündigte Schlaglöcher, fehlende Straßenmarkierungen und auf der eigenen Spur entgegenkommende LKW´s machen die Reise oft zum gefährlichen Abenteuer.

Das Straßen- und Autobahnnetz erstreckt sich über ca. 2 Mio. km, davon sind ca. 10% asphaltiert. Am besten ausgebaut ist das Straßennetz von der Küste aus bis ca. 400 km ins Landesinnere und rund um Großstädte wie Brasilia, die weiter im Landesinneren liegen. Im Küstenabschnitt konzentriert sich das Leben und die Wirtschaft. Je weiter man ins Hinterland und in den Norden kommt, desto spärlicher und abenteuerlicher werden die Straßen. Die gebührenpflichtigen Autobahnen verbinden die größten Städte, vor allem im Süden und Südosten.

Die Beschilderung an Fernverkehrstraßen und Autobahnen ist gut, in Ortschaften und an Landstraßen schlecht. In diese Gegenden fährt normalerweise auch kein Tourist, Brasilianer fragen sich durch und Einheimische kennen sich (meistens) aus. Was aber nicht bedeutet, das diese Gegenden nicht reizvoll sind, im Gegenteil. Um sich in solchen Gegenden nicht ständig zu verfahren, sollte man öfter nach dem Weg fragen. Man kann in ländlicheren Gegenden sehr viel Zeit und Nerven verlieren, vor allem wenn man nicht oder nur rudimentäres Portugiesisch spricht. In jedem Fall sind die Einheimischen gerade in diesen Gegenden sehr offen und hilfsbereit.

Mietwagen
Mit dem Mietwagen als ausländischer Gast zu reisen ist noch nicht sehr verbreitet, daher sind die Preise z.T. trotz zahlreicher Autoverleihfirmen sehr hoch. Günstiger sind Wochentarife. Man sollte sich vor der Anmietung erkundigen, ob im Mietpreis auch Versicherungen und andere Kosten enthalten sind. Wichtig ist auch zu wissen, ob der Wagen mit "Gasolina" oder "Álcool" betrieben wird. Das Benzin kostet ca. 2,35 R$/l (Stand 01/2005). Dieselfahrzeuge gibt es nicht als PKW. In vielen Urlaubsorten kann man sich für Strandtouren einen Buggy ausleihen.
Voraussetzung für die Miete eines Leihwagens ist ein Mindestalter von 21 Jahren, eine mindestens zwei Jahre bestehende Fahrerlaubnis, der Internationale Führerschein und eine Kreditkarte. Es ist zu beachten, dass in ganz Brasilien die Anschnallpflicht gilt. Seit 1998 gibt es ein neues Straßenverkehrsgesetz, das hinsichtlich der Strafen zu den härtesten der Welt gehört, daher sollte man die Höchstgeschwindigkeitsangaben und die 0,6 Promille-Grenze beachten.

Weitere Informationen zu Mietwagen und günstige Tarife finden Sie oder im Hauptmenü oben unter Reisen.

Reisen per Bus
Der Bus ist das Massentransportmittel des Landes. Man kommt mit dem Bus in nahezu jeden Ort. Je nachdem wo man hin möchte, muss man mehr oder weniger oft umsteigen. Jede Stadt, jedes Dorf hat einen zentralen Busbahnhof, die sogenannte "Rodoviária". Das System ist mitunter chaotisch, da es auf den bedeutenden Strecken mehrere private Konkurrenzgesellschaften gibt. Jedes Unternehmen verkauft seine Tickets an eigenen Schaltern in der Rodoviária und Fahrpläne sind nicht ersichtlich. Mancherorts befindet sich der Abfahrtsterminal nicht in der Rodoviária (z.B. Gov. Valadares). Besonders in großen Orten kann es zeitraubend sein. Man muss schauen, welches Unternehmen in den gewünschten Ort fährt und sich dann durchfragen, welches am ehesten und zu welchem Preis. Die Angestellten der Busunternehmen (selbst in Rio und SP) sprechen sehr selten eine Fremdsprache, portugiesisch sollte bei dieser Art des Reisens beherrscht werden.
Da nur soviel Tickets wie Sitzplätze verkauft werden, ist es sinnvoll, vor Antritt der Reise die Tickets zu besorgen. Am Wochenende und in den Ferienzeiten sind die Busse auf den Hauptstrecken sehr voll und oft auf Tage ausgebucht.
Bei Überlandstrecken wird alle zwei bis drei Stunden an Rasthöfen eine Pause gemacht. Wem tagelanges Sitzen zuviel ist (die Strecke Rio - Manaus dauert drei Tage), kann auch den Liegebus, den "Leito", nehmen. Der höhere Komfort kostet etwa das Doppelte des normalen Preises und die Hälfte eines Fluges, sind aber klimatisiert und verfügen über lediglich siebzehn Plätze, auf denen sehr gut geschlafen werden kann. Überdies werden auch Kissen und Decken gestellt. Für Langstrecken - bis zu 2.000km - empfiehlt es sich, die Luxusbusse, die "Executivo", zu nehmen.

Vorsicht mit dem Gepäck, die Bahnhöfe sind ein Eldorado für Diebe. Auch im Bus gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Große Gepäckstücke sollten, gegen Quittung, im Gepäckraum verstaut werden. Geld und Papiere immer am Körper tragen. Bei den Stadtbussen steigt man hinten ein und zahlt beim "Cobrador" hinten den Fahrpreis.

Für das Gleitschirmfliegen empfehlen wir nicht, mit dem Bus zu reisen, es sei denn, man möchte nur nach Gov. Valadares. In die eigentlich reizvolleren, entlegeneren Gebiete kommt man nur unter hohem Zeitaufwand, sich vor Ort zu bewegen gestaltet sich ohne Fahrzeug noch schwieriger.

Taxi
In größeren Städten ist jederzeit ein Taxi zur Stelle. Leider versuchen viele Taxifahrer, unerfahrene Touristen zu betrügen, man sollte immer vorher nach der Fahrtdauer und dem ungefähren Preis fragen, damit man einen Anhaltspunkt hat. Unbedingt abzuraten ist von den vor großen Hotels stehenden Taxis. Absolut zuverlässig sind die speziellen Touristentaxis an den Flughäfen, sie sind allerdings ca. 50% teurer. Bei normalen Taxis sollte man darauf achten, dass das "Taxímetro" eingeschaltet ist. Am Tage gilt der Tarif 1, später abends, nachts und an Sonn- und Feiertagen der Tarif 2. Ein chronisches Problem ist das Fehlen von Wechselgeld. Es empfiehlt sich, stets kleinere Scheine bei sich zu haben.

 
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