Baumriesen im Regenwald
Der Regenwald gliedert sich in die 3 Waldarten Igapó und Várzea an den Flussufern und den höhergelegenen Eté-Wald (terra firme), der ca. 98% der Fläche Amazoniens ausmacht. Die meisten Arten befinden sich im überschwemmungsfreien Eté-Wald. Einige der schätzungsweise 3.000 Baumarten werden bis zu 60 Meter hoch. Hier wachsen zahlreiche Palmenarten, Gummibäume, Farb- und Edelhölzer, Fruchtbäume, Heilpflanzen uvm.

Lianen, die bekanntesten Urwaldpflanzen, haben eine hochspezialisierte Form des Kletterns und Schlingens vom lichtlosen Boden zum sonnigen Baumkronendach entwickelt. Hüllenlianen umschließen einen Baumstamm wie einen Mantel; Wipfellianen durchwachsen die Krone des Trägerbaumes und verursachen mitunter sein Absterben; gedeckte Lianen gelangen blattlos bis unter die Krone des Wirtsbaumes, um erst dort eine Unterkrone zu entwickeln.

Die Regenwaldböden sind, bis auf wenige Standorte, außerordentlich unfruchtbar. Die Pflanzengemeinschaft lebt ausschließlich aus sich selbst: Abgestorbene Blätter und andere organische Teile des Waldes werden auf der von dichtem Wurzelgeflecht durchzogenen Streuschicht schnell zersetzt und geben ihre Nährstoffe gleich wieder an andere Pflanzen ab. Werden die Bäume gefällt, ist der Nährstoffkreislauf unterbrochen, die Böden veröden und werden rasch von den heftigen Tropenregen fortgeschwemmt.

Überdies enthalten die Regenwälder einen unvorstellbaren Reichtum an noch nicht erforschten Heilpflanzen, anderen natürlichen Wirkstoffen und Nahrungsmitteln. Die Indianer gewinnen aus dem schier unerschöpflichen Pflanzenreservoir bereits seit Jahrhunderten Mittel gegen Krankheiten ebenso wie Gifte, Rauschmittel und aus der Passionsblume sogar empfängnisverhütende Substanzen.